Ortschaftsratssitzung vom 09.07.2026: Vergabe des Hochwasserschutzes Steinbisstraße beschlossen, Klappschott gestrichen

9. Juli 2026: In der öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrats Roßwälden stand ein Punkt auf der Tagesordnung, auf den viele Roßwäldenerinnen und Roßwäldener seit dem 2. Juni 2024 warten: die Vergabe der Hochwasserschutzmaßnahmen an der Unterführung Steinbisstraße. BÜKARO war vor Ort. Die gute Nachricht vorweg: Es wird gebaut. Die weniger gute: Es wird nicht das gebaut, was der Bürgerschaft vor knapp einem Jahr im vollbesetzten Farrenstall präsentiert wurde.

Die Vergabe in Zahlen

Herr Richter vom Fachbereich Bauen und Umwelt stellte die Beschlussvorlage vor. Sieben Firmen wurden zur Angebotsabgabe aufgefordert, vier haben bei der Submission ein Angebot abgegeben.

  • Günstigstes Angebot: Fa. Kiltz, Notzingen, mit 224.244,08 € brutto
  • Teuerstes Angebot: 351.647,62 € brutto (156,8 %)
  • Kostenberechnung des Planers: 208.000 € brutto
  • Im Haushalt eingestellt: 225.000 € (einmalig)
  • Förderung: laut Beschlussvorlage nicht möglich

Der Zuschlag liegt damit rund 7,8 % über der eigenen Kostenberechnung. Die Stadt begründet dies in der Vorlage mit der wirtschaftlichen und weltpolitischen Lage und den daraus folgenden Preissteigerungen bei ölbasierten und energieintensiven Bauprodukten.

Der Ortschaftsrat stimmte der Vorlage einstimmig zu. Nach der Beratung im Ausschuss für Technik und Umwelt am 14. Juli hat der Gemeinderat die Vergabe am 21. Juli 2026 beschlossen. Der Auftrag ist damit erteilt.

Was jetzt gebaut wird

Herr Traub vom Ingenieurbüro SI Beratende Ingenieure stellte im Anschluss die angepasste Planung vor, und die kommt ohne das ursprünglich vorgesehene mechanische Klappschott aus. Geplant ist stattdessen eine mobile Dammbalkenschutzwand an der Unterführung:

  • Beidseits der Unterführung werden Stahlbetonmauern errichtet, die entlang der Flügelmauern des Brückenbauwerks der L 1152 hinterfüllt werden. Sie dienen als Stützmauern, als Absturzsicherung und nehmen die Führungsschienen der Dammbalken auf.
  • Die Dammbalken bestehen aus Aluminiumprofilen von ca. 15 x 20 cm.
  • Die Führungsschienen sind für eine Aufstauhöhe von bis zu 3,0 m ausgelegt, das geplante Stauziel beträgt 2,0 m über Oberkante Belag der Unterführung.
  • Auf der nördlichen Fläche entstehen eine Lagerbox für die Dammbalken sowie ein schwenkbarer, von Hand zu bedienender Kranarm. Der Einbau soll mit zwei Personen und von außerhalb des überflutungsgefährdeten Bereichs möglich sein, ohne zusätzlich herbeizuschaffende Fahrzeuge oder Geräte.
  • Über Treppenstufen im Böschungsbereich wird der Zugang von der L 1152 aus sichergestellt. Eine 1 m hohe Brüstung sichert die Standflächen.
  • Der Straßendamm wird mit Erdreich hinterfüllt und durch einen Lehmschlag gegen Unterspülung gesichert.
  • Parallel zur L 1152 wird der Wirtschaftsweg zwischen Steinbisstraße und Regenrückhaltebecken abgesenkt und verbreitert. So entsteht eine Notüberlaufmulde, die überschüssiges Wasser vor einem Überlauf über die Landesstraße in Richtung Unterführung ableitet. Der Weg wird anschließend in Schotterbauweise wiederhergestellt.
  • Vorgesehen ist außerdem der Anschluss an das Frühwarnsystem mit Messpunkten, damit die Dammbalken rechtzeitig eingebaut werden können.

Ein Detail, das im Ort für Diskussionen sorgen dürfte: Die neuen Wände verengen die Durchfahrtsbreite der Unterführung dauerhaft von 6,5 m auf 4,5 m. Begründet wird dies mit technischen Erfordernissen hinsichtlich der Dammbalkenbreite.

Das Klappschott ist gestrichen: zu teuer

Am 24. Juli 2025 hat die Stadt Ebersbach im Farrenstall eine deutlich andere Lösung präsentiert. Wir haben damals ausführlich darüber berichtet. Das „Herzstück“ war ein überfahrbares, automatisches Klappschott mit 1,2 m Höhe und 4,5 m Durchfahrtsbreite, das sich über Schwimmkörper und Federmechanismus bei Hochwasser selbsttätig aufstellt. Der entscheidende Punkt damals: Dieses Schott hätte etwa 30 Minuten Zeit verschafft, um dahinter die eigentlichen Dammbalken mit einer Höhe von 2,8 bis 2,9 m zu setzen.

Genau diese Automatik entfällt nun ersatzlos. Auf Nachfrage aus dem Ortschaftsrat, warum die der Bürgerschaft öffentlich vorgestellte und als finanziert bezeichnete Lösung nicht mehr verfolgt wird, lautete die Antwort: Das Schott ist zu teuer. Als grobe Schätzung wurde hier alleine für das Schott ein Preis von 100.000 € genannt, 180-200.000 € mit Einbau.

Bemerkenswert ist dabei ein Blick in die Unterlagen: Die Beschlussvorlage der Stadt datiert vom 16. April 2026 und spricht bereits ausschließlich von einer „Dammbalkenausbildung an der Unterführung“. Die Umplanung stand also seit Monaten fest. Öffentlich vorgestellt wurde sie am 9. Juli 2026.

Was das praktisch bedeutet

Uns geht es nicht darum, eine Dammbalkenlösung grundsätzlich schlechtzureden. Dammbalken sind erprobte Technik, und die Planung ist im Detail durchdacht. Die Montage von außerhalb des Gefahrenbereichs, der handbetriebene Kranarm, die Treppenzugänge und der Lehmschlag sind sinnvolle Lösungen. Der Unterschied liegt woanders.

Der Schutz wirkt jetzt erst, wenn Menschen ihn aufbauen. Das Klappschott hätte sich selbst aufgestellt: nachts, am Wochenende, in der Urlaubszeit, auch wenn niemand vor Ort ist. Die jetzige Lösung setzt voraus, dass rechtzeitig gewarnt wird, dass zwei Personen verfügbar sind, dass sie Zugang zur Lagerbox haben und dass sie den Einbau beherrschen. Erst dann steht die Wand.

Das ist keine neue Sorge von uns. Bereits nach der Informationsveranstaltung im Dezember 2024 haben wir festgehalten, dass das Schließen der Staumauer möglichst automatisiert ablaufen muss, um auch bei kurzfristigen Starkregenereignissen nachts oder während Urlaubszeiten schnell reagieren zu können. Im Januar 2025 haben wir gegenüber der Ortsvorsteherin genau denselben Punkt vorgetragen. Anderthalb Jahre später ist die automatische Komponente gestrichen, und die organisatorische Antwort darauf steht noch aus.

Und die Stauhöhe sinkt. Im Juli 2025 war von Dammbalken mit 2,8 bis 2,9 m die Rede, und das künftige Stauvolumen wurde mit 46.000 m³ beziffert, gegenüber bisher 12.500 m³. Das geplante Stauziel liegt jetzt bei 2,0 m. Welches Rückhaltevolumen sich damit tatsächlich ergibt, wurde in der Sitzung nicht genannt. Immerhin: Die Führungsschienen sind für 3,0 m ausgelegt. Ob und unter welchen statischen Voraussetzungen später höher aufgestaut werden könnte, sollte die Stadt klarstellen.

Was bereits umgesetzt ist

Bei aller Kritik: An anderer Stelle ist sichtbar etwas passiert, und das wollen wir ausdrücklich festhalten. Die im Sommer 2025 angekündigten Sofort- und Nahmaßnahmen sind umgesetzt.

Das Retentionsbecken im östlichen Gewerbegebiet wurde ausgebaggert und der Damm erhöht. So entsteht zusätzlicher Rückhalteraum von rund 350 m³.

Auch der als Sofortmaßnahme angekündigte manuelle Spindelschieber ist inzwischen eingebaut. Bei kritischen Wasserständen kann die Feuerwehr ihn öffnen und eine Notentwässerung in die Talstraße ermöglichen.


Der manuelle Spindelschieber: Bedienung von Hand, über eine Spindel vom Schachtrand aus.

Die neu gebohrte Öffnung zur Notentwässerung, mit vorgesetztem Gitter gegen Treibgut.

Die neu gebohrte Öffnung zur Notentwässerung, mit vorgesetztem Gitter gegen Treibgut.


Auch hier gilt allerdings dasselbe Muster: Es sind manuell zu bedienende Bauteile. Wer sie im Ernstfall wann öffnet, muss geregelt und geübt sein.

Offene Fragen aus Sicht von BÜKARO

Die Bauwerke sind das eine. Das andere ist die Organisation drumherum, und die gibt es unseres Wissens bislang nicht. Wir halten es für dringend erforderlich, dass parallel zur Bauausführung folgende Punkte erarbeitet und der Bürgerschaft vorgestellt werden:

  • Notfallpläne: Ab welchem Pegelstand bzw. welcher Niederschlagsprognose werden die Dammbalken gesetzt? Wer entscheidet das?
  • Meldeketten: Wie läuft die Alarmierung konkret ab, von den Messpunkten über die Leitstelle bis zu den Personen, die vor Ort tätig werden?
  • Verantwortlichkeiten: Wer baut ein, Feuerwehr, Bauhof oder Bauamt? Und wer übernimmt, wenn die Feuerwehr wie am 2. Juni 2024 zeitgleich an vielen Stellen gebunden ist?
  • Zugang und Schlüssel: Wo liegen die Schlüssel zur Lagerbox, wer hat Duplikate, und ist der Zugang auch nachts gesichert?
  • Übungen: Der Einbau muss regelmäßig geübt werden, und zwar realistisch, mit den Personen, die es im Ernstfall tun müssen, und mit dokumentierter Aufbauzeit.
  • Wartung: Wer prüft Führungsschienen, Dichtungen, Kranarm und Dammbalken in welchem Turnus? Wer kontrolliert die Notüberlaufmulde auf Verlandung und Bewuchs?
  • Parksituation an der Schule: Die Zufahrt und die Standflächen müssen im Ereignisfall frei sein. Falschparker dürfen den Einbau nicht blockieren. Hier braucht es eine verbindliche Regelung und deren Durchsetzung.
  • Rückhaltevolumen: Welches Stauvolumen wird mit einem Stauziel von 2,0 m tatsächlich erreicht?

Diese Fragen sind kein Selbstzweck. Eine Schutzanlage, die nur bei rechtzeitiger, geübter und personell abgesicherter Bedienung funktioniert, ist genau so gut wie die Organisation dahinter. Diese Organisation muss stehen, bevor das nächste Starkregenereignis kommt, nicht danach.

Zeitplan: aus Q2 2026 ist Sommer 2026 geworden

Im Maßnahmenplan vom Juli 2025 war das Fluttor an der Unterführung Steinbisstraße für das zweite Quartal 2026 vorgesehen, der Notüberlauf am Regenrückhaltebecken sogar bereits „ab Oktober 2025“. Vergeben wurde nun Ende Juli 2026. Ein konkreter Bautermin wurde in der Sitzung nicht genannt, es soll aber bald losgehen. Wir werden nachfragen und den Termin nachreichen, sobald er feststeht.

BÜKARO bleibt am Ball

Dass gebaut wird, ist ein Fortschritt, und dass der Ortschaftsrat einstimmig zugestimmt hat, zeigt, wie groß der Handlungsdruck im Ort ist. Wir begleiten die Umsetzung wie bisher konstruktiv und dokumentieren sie.

Was uns bleibt, ist ein Unbehagen: Der Bürgerschaft wurde vor einem Jahr eine automatische Lösung samt gesicherter Finanzierung vorgestellt. Gebaut wird eine manuelle. Die Begründung „zu teuer“ mag stichhaltig sein, nachvollziehbar wird sie aber erst mit Zahlen. Wir bitten die Stadt Ebersbach, die Mehrkosten des Klappschotts offenzulegen und darzulegen, warum die 2025 kommunizierte Finanzierung dafür nicht ausreichte.

Und wir bitten darum, die oben genannten organisatorischen Fragen nicht bis zur Fertigstellung liegen zu lassen. Beton und Aluminium schützen niemanden, solange nicht geklärt ist, wer sie im Ernstfall in Stellung bringt.

Große Infoveranstaltung zum Hochwasserschutz: Stadt Ebersbach präsentiert umfassende Schutzmaßnahmen für Roßwälden

24. Juli 2025 – Der bis auf den letzten Platz besetzte Farrenstall zeigte eindrucksvoll, wie präsent das Thema Hochwasserschutz in den Köpfen der Roßwäldener Bürgerinnen und Bürger ist. Nach den verheerenden Überschwemmungen des vergangenen Jahres, die zu vollgelaufenen Häusern und erheblichen Schäden führten, präsentierte die Stadt Ebersbach nun konkrete Lösungen.

Die geplanten Schutzmaßnahmen im Detail

Sofortmaßnahme: Manueller Spindelschieber

Als schnelle Reaktionsmöglichkeit wird ein manueller Spindelschieber installiert. Bei kritischen Wasserständen von 50-60 cm unter Straßenniveau kann die Feuerwehr diesen öffnen und so eine Notentwässerung in die Talstraße ermöglichen.

Erweiterung des Retentionsbeckens im Gewerbegebiet

Das bestehende Becken im östlichen Gewerbegebiet wird von 540 m³ um weitere 350 m³ erweitert. Durch Ausbaggerung und eine Dammerhöhung um 30 cm entsteht zusätzlicher Rückhalteraum. Die Realisierung soll noch in diesem Jahr erfolgen, der Beschluss der Stadt wird für Ende September erwartet

Optimierung der Wasserführung

  • Der Waldweg am „Buschel“ wird mit einem 4%-Gefälle gegen den Hang umgestaltet, um das Wasser kontrolliert in Richtung Mahdweg abzuleiten
  • In den Messenwiesen werden kritische Bereiche abgegraben, um das Wasser entlang der LL152 und unter dieser hindurch zum Regenrückhaltebecken zu führen
Neues Schott mit rückgesetzten Dammbalken

Das Herzstück: Automatisches Klappschott

Die größte Neuerung stellt ein überfahrbares Klappschott nach der Unterführung bei der Schule dar. Mit einer Höhe von 1,2 m und einer Durchfahrtsbreite von 4,5 m wird es sich durch Schwimmkörper und Federmechanismus automatisch bei Hochwasser aufstellen. Dies verschafft etwa 30 Minuten Zeit, um dahinter zusätzliche Dammbalken mit einer Höhe von 2,8-2,9 m anzubringen. Der Straßendamm wird mit einer 20-30 cm dicken Lehmschicht gegen Unterspülungen gesichert.

Massive Erweiterung der Rückhaltekapazität

Durch die neue Staufläche wird das bisherige Volumen des Regenrückhaltebeckens von 12.500 m³ auf 46.000 m³ fast vervierfacht. Der Ablauf zur neuen Staufläche ist auf 2.700 l/Sekunde ausgelegt. Diese Kapazität hätte beim Starkregenereignis 2024 mehr als ausgereicht, um Schlimmeres zu verhindern.

Zeitplan der Baumaßnahmen

MaßnahmeZeitraum/Beginn
Vertiefung Retentionsbecken im Gewerbegebietbereits vergeben, Beginn 29.07.2025
Installation der Rinne auf dem Feldweg gegenüber Retentionsbecken Gewerbegebietab 21.07.2025
Entwässerung Waldweg „Buschel“ab 21.07.2025
Hochwasserschutz „Messenwiesen“ab Oktober 2025
Notüberlauf Regenrückhaltebecken Dammbachab Oktober 2025
Fluttor und Geländemodellierung nördlich und südlich der Unterführung SteinbissstraßeQ2 2026
Sanierung Bachdurchlass MaienwaldVergabe 30.09.2025

Integration in das Frühwarnsystem

Frau Dr. Weippert gab zum Abschluss einen wichtigen Ausblick: Das Regenrückhaltesystem wird mit einem Pegelmesser in das FLIWAS-Meldesystem des Landes integriert. Da Ebersbach bereits an FLIWAS angebunden ist, können die bestehenden Meldeketten genutzt werden – ein wichtiger Baustein für die frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Finanzierung gesichert

Eine besonders positive Nachricht zum Schluss: Laut Aussage von Frau Dr. Weippert und Herrn Richter sind alle Mittel bereits im Haushalt eingeplant. Der Umsetzung der Maßnahmen steht somit nichts im Wege.

Bürgerfragen zeigen: Das Thema bewegt

In der abschließenden Fragerunde wurde deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger die Planungen aufmerksam verfolgen. Auf Nachfrage wurde klargestellt, dass vorerst keine weiteren Maßnahmen im Ort geplant sind – insbesondere keine Aufdimensionierung von Kanalisation oder Einlaufschächten.

Die Präsentation zu den geplanten Maßnahmen kann hier heruntergeladen werden.

BÜKARO bleibt am Ball

Als Bürgerinitiative werden wir die Umsetzung der Maßnahmen weiterhin konstruktiv begleiten und dokumentieren. Die vorgestellten Planungen zeigen, dass unsere jahrelangen Bemühungen Früchte tragen und der Hochwasserschutz für Roßwälden endlich die notwendige Priorität erhält. Wir danken allen Beteiligten für ihr Engagement und werden Sie über die Fortschritte auf dem Laufenden halten.

Die BÜKARO wurde 1994 gegründet und setzt sich seitdem für nachhaltige Lösungen bei der Kanalisation und dem Hochwasserschutz in Roßwälden ein.

BÜKARO trifft Ortsvorsteherin Priska Speißer: Vorbereitung auf entscheidendes Treffen zum Hochwasserschutz

Am 10. Januar 2025 kam die Bürgerinitiative BÜKARO mit der Ortsvorsteherin von Roßwälden, Priska Speißer, zusammen, um die Ergebnisse der Informationsveranstaltung vom 5. Dezember 2024 zu vertiefen und einen Fragenkatalog für das bevorstehende Treffen mit den Ortschaftsräten der betroffenen Ortsteile und dem Bürgermeister der Stadt Ebersbach am 15. Januar 2025 zu erarbeiten.

RRB im Januar bereits wieder vollgelaufen.

Diskussion der aktuellen Herausforderungen:

  • Unstimmigkeiten beim Fassungsvermögen des Regenrückhaltebeckens: Während der Informationsveranstaltung wurde ein Fassungsvermögen von 3.300 m³ für das bestehende Regenrückhaltebecken angegeben, obwohl ursprünglich 5.250 m³ kommuniziert wurden. Diese Diskrepanz warf Fragen auf, ob das in Auftrag gegebene Fassungsvermögen erreicht wird.
  • Überlastung des Notüberlaufs: Der derzeitige Notüberlauf führt zu einer Überlastung des Einlaufs am Knotenpunkt der Talstraße, was bei Starkregen zu Problemen führt.
  • Vernachlässigung des Dammbachs: Es wurde festgestellt, dass der Dammbach beim Bau des aktuellen Regenrückhaltebeckens nicht ausreichend berücksichtigt wurde, obwohl er eine wichtige Rolle im Wasserhaushalt spielt.
Wasserstand erreicht nahezu den Notüberlauf

Vorgeschlagene Maßnahmen:

  • Neue Varianten für ein zusätzliches Regenrückhaltebecken: Drei Optionen wurden vorgestellt, wobei BÜKARO die größte Variante favorisiert, um maximalen Schutz zu gewährleisten.
  • Automatisiertes Hochwasserschutztor: Ein solches Tor für das neue Rückhaltebecken würde eine schnelle Reaktion auf Starkregen ermöglichen. Falls ein manuelles Schließen erforderlich ist, müssen klare Zuständigkeiten und Benachrichtigungssysteme etabliert werden.
  • Verlegung des Notüberlaufs: Es wurde diskutiert, den Notüberlauf des bestehenden Beckens in Richtung des geplanten zweiten Beckens zu verlegen, um die Belastung der aktuellen Infrastruktur zu reduzieren.
Erste Maßnahmen, Freischnitt am Dammbach.

Weitere besprochene Punkte:

  • Zuständigkeiten für Pflege und Instandhaltung: Ein- und Ausläufe verstopfen derzeit häufig durch Treibgut wie Paletten und Holz, insbesondere im Einlauf des Schulgartens. Es besteht Klärungsbedarf, wer für die regelmäßige Reinigung verantwortlich ist.
  • Kommunikationswege: Es wurde erörtert, wie Informationen über den Füllstand des Regenrückhaltebeckens zwischen Feuerwehr und Stadtverwaltung ausgetauscht werden und ob diese ausreichend sind.
  • Bürgerinformation: Bisher fehlt eine direkte Rückmeldung an die Bürger. Mögliche Lösungen wie eine Internetseite, App oder WhatsApp-Community wurden in Betracht gezogen.
  • Notfallticker: Die Einrichtung eines Notfalltickers auf den Webseiten von Ebersbach und Roßwälden wurde als wichtig erachtet, um die Bevölkerung bei zukünftigen Ereignissen schnell informieren zu können.

Das Treffen mit Ortsvorsteherin Speißer verlief konstruktiv und zielorientiert. Die erarbeiteten Fragen und Anregungen sollen beim kommenden Treffen mit den Ortschaftsräten und dem Bürgermeister eingebracht werden, um effektive Maßnahmen zum Hochwasserschutz in Roßwälden und den umliegenden Ortsteilen voranzutreiben.

Informationsveranstaltung vom 05.12.2024 – Ein Schritt in Richtung Schutz für Roßwälden

Am 05. Dezember 2024 fand die Informationsveranstaltung der Stadt Ebersbach für den Teilort Roßwälden statt, bei der das verheerende Starkregenereignis vom 02. Juni 2024 nochmals aufgearbeitet und zukünftige Schutzmaßnahmen für den Ort besprochen wurden. Etwa 60–70 Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil, die mehr als 2,5 Stunden dauerte und von den Stadtvertretern der Stadt Ebersbach sowie dem Ingenieurbüro SI Ingenieure geleitet wurde. Bedauerlicherweise musste der gesammelte Ortschaftsrat bereits gegen 20 Uhr die Veranstaltung verlassen, da zu diesem Zeitpunkt die öffentliche Ortschaftsratssitzung auf der Tagesordnung stand.

Blick zurück: Die Katastrophe vom 02. Juni 2024

Das Starkregenereignis im Juni hatte Roßwälden schwer getroffen und katastrophale Überschwemmungen verursacht. Dies wurde in der Präsentation von Herrn Traub von SI Ingenieure noch einmal verdeutlicht. Die regenreichsten Tage und Stunden brachten fast 25.000 m³ Regen, was zu massiven Schäden und Überschwemmungen führte. Auch die Berechnungen für das bestehende Regenrückhaltebecken und die Kanalisation im Ort wurden unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich, dass die bestehenden Maßnahmen nicht ausreichten, um die extremen Regenmengen zu bewältigen.

Neue Schutzmaßnahmen: Ein Hoffnungsschimmer für Roßwälden

Ein wichtiger Punkt der Veranstaltung war die Vorstellung neuer Schutzmaßnahmen für die Zukunft. Besonders erfreulich für die Mitglieder der Bürgerinitiative BÜKARO ist, dass nun endlich der bereits seit 30 Jahren bestehende Vorschlag von BÜKARO geprüft wird: Der Bereich hinter der Steinbisstraße könnte als großes Regenrückhaltebecken genutzt werden. Eine Staumöglichkeit soll kurz nach der Unterführung errichtet werden, die bei Starkregenereignissen geschlossen werden kann, um den Regen zu speichern und diesen anschließend gedrosselt abzuleiten. Das so geschaffene Stauvolumen von etwa 35.000 m³ bietet nicht nur für das vergangene Ereignis ausreichend Kapazität, sondern auch für die zukünftigen Herausforderungen.

Offene Fragen und Herausforderungen

Dennoch bleibt einiges unklar. Eine wichtige Frage, die weiterhin unbeantwortet ist, betrifft die statischen Berechnungen der geplanten Staumauer und deren Haltbarkeit. Auch die Besitzverhältnisse der Grundstücke, die von dem geplanten Rückhaltebecken betroffen sind, müssen geklärt werden. Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass das Schließen der Staumauer möglichst automatisiert abläuft, um auch bei kurzfristigen Starkregenereignissen, die möglicherweise nachts oder während Urlaubszeiten auftreten, schnell reagieren zu können.

Ein weiteres Hindernis stellt die Finanzierung der geplanten Maßnahmen dar, da die Bürger von Roßwälden dringend Schutz benötigen und eine zügige Umsetzung erwarten. Leider wurde in der Vergangenheit oft erst nach tragischen Ereignissen gehandelt, was die Dringlichkeit dieser Maßnahmen umso größer macht. Es ist entscheidend, dass jetzt schnell und zielgerichtet Lösungen gefunden und umgesetzt werden.

Technische Details und Forderungen

In der abschließenden Fragerunde wurden technische Details der geplanten Schutzmaßnahmen hinterfragt. Auch die Frage nach den Leitungsquerschnitten in der Talstraße wurde behandelt, da hier unklar ist, ob die bestehenden Dimensionen ausreichen, um die benötigten Wassermengen abzuführen, insbesondere wenn der Notüberlauf des Regenrückhaltebeckens mit einbezogen wird.

Die Bürger von Roßwälden fordern nun eine zügige und umfassende Prüfung des Kanalnetzes sowie eine schnelle Umsetzung der geplanten Schutzmaßnahmen. Während der individuelle Schutz von Gebäuden in vielen Fällen nicht möglich ist, ist es von größter Bedeutung, eine Gesamtlösung zu schaffen, die die gesamte Ortschaft schützt.

Fazit: Die Zeit drängt

Die Informationsveranstaltung zeigte auf, dass die Stadt Ebersbach und die beteiligten Ingenieure sich intensiv mit den Ursachen und Lösungen für die Starkregenproblematik befassen. Es wurden wichtige Schritte in die richtige Richtung gemacht, doch die Bürger von Roßwälden warten nun auf eine rasche und entschlossene Umsetzung der Maßnahmen. Die Idee von BÜKARO, ein großes Regenrückhaltebecken hinter der Steinbisstraße zu schaffen, wird nun endlich geprüft und könnte einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit des Ortsteils leisten. Doch es bleibt abzuwarten, wie schnell die finanziellen und bürokratischen Hürden überwunden werden können, damit die Menschen in Roßwälden wieder mit einem sicheren Gefühl in die Zukunft blicken können.

Gespräche zwischen BÜKARO und der Ortsvorsteherin von Roßwälden

Die Bemühungen der BÜKARO zeigen erste Erfolge. Am vergangenen Samstag lud die neue Ortsvorsteherin von Roßwälden, Frau Priska Speißer, die BÜKARO ein, um sich gemeinsam auszutauschen. BÜKARO sammelt bereits seit über 30 Jahren viele relevante Informationen über das Kanalisationsnetz und alle Maßnahmen rund um Regen- und Abwasserereignisse in Roßwälden. Diese Daten wurden bisher akribisch dokumentiert und sind unter anderem auch hier auf unserer Webseite einsehbar.

Im Rahmen dieses Gesprächs wurden die wichtigsten Themenpunkte rund um das Starkregenereignis vom 02.06.2024 angesprochen. Beginnend mit der Historie und den bisher durchgeführten Maßnahmen und Ereignissen. Die anschließende Präsentation der gesammelten Bild- und Videodaten, die von zahlreichen Einwohnern nach dem 02. Juni zur Verfügung gestellt wurden, brachten viele neue und bisher unbekannte Einblicke. Weiterhin wurden Vorschlägen und zwingenden Maßnahmen, die zukünftig die Bevölkerung umfassend schützen sollen, vorgestellt. Zuletzt wurde ein Fragenkatalog übergeben, um die Punkte aufzuarbeiten, die relevant für zukünftige Starkregenereignisse sind.

Der konstruktive Austausch dient nun als Grundlage für das kommende Woche stattfindende Gespräch der Ortsvorsteherin mit den Teilorten, der Stadt Ebersbach und den Verantwortlichen Mitarbeiter*innen. Wir hoffen, dass wir durch dieses Gespräch die Dringlichkeit der Dinge herausstellen konnten und mit unserem Datenmaterial und den Lösungsvorschlägen zur zeitnahen Aufarbeitung und Verbesserung der Starkregenschutzmaßnahmen beigeholfen haben. Wir bedanken uns bei Priska Speißer und hoffen auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.

Informationsabend zum Schutz gegen Starkregen der Stadt Ebersbach am 07.11.2024

Am 07.11.2024 lud die Stadt Ebersbach zur Informationsveranstaltung rund um die Starkregenereignisse vom 02.06.2024 ein. Im Publikum durften BÜKARO-Mitglieder natürlich nicht fehlen. Durch die Veranstaltung führte Frau Schön der Stadt Ebersbach. Auch Herr Keller als Bürgermeister war vor Ort, hielt sich aber leider weitestgehend im Hintergrund.

Als eine der ersten Punkte am Abend präsentierte der Feuerwehrkommandant der freiwilligen Feuerwehr Ebersbach die Geschehnisse des 02. Juni. Dabei zeigte sich, dass die Feuerwehr zwar tolle Arbeit leistete, aber durch die Überschwemmung des eigenen Feuerwehrmagazins und den Komplettausfall des Digitalfunks mit zahlreichen Widrigkeiten zu kämpfen hatte.

Im Anschluss stellten die beiden Ingenieurbüros, die zur Aufarbeitung des Unwetterabends und zur Prävention vor weiteren Starkregenereignissen beauftragt wurden, Ihre Sicht der Lage. Bezogen auf Roßwälden wurden die Berechnungen für das neu gebaute Regenrückhaltebecken und dessen Umsetzung gezeigt. Die Kernaussage war jedoch, dass die Regenmassen am 02.06.2024 und in den Tagen zuvor einfach zu hoch waren und dafür die Kapazitäten nicht ausgelegt sind. Leider fehlten konkrete Maßnahmen oder Zeitpläne, die die Situation der Bürger maßgeblich verbessern sollen. Lediglich der Hinweis auf Studien, die sich in Arbeit befinden, wurden gegeben.

Ähnlich unkonkrete Aussagen der Stadt und der Ingenieurbüros für die anderen Teilorte führten bei den Besuchern der Veranstaltung zu allgemeiner Unzufriedenheit. Dies wurde in der anschließenden Fragenrunde deutlich. Zahlreiche Wortmeldungen zeigten, dass die Bürger mehr Beteiligung und einen Handlungsplan erwarten. Die Rechtfertigung der Stadt, dass dies aufgrund von Personalmangel und fehlender finanzieller Mittel nicht schneller geht, wurde nicht akzeptiert. So blieben zahlreiche Fragen betroffener Bürger z. B. zur Kanalisation, Eigenschutzmaßnahmen oder Hilfeleistungen unbeantwortet, was unbefriedigend ist.

Weitere Veranstaltungen für die Teilorte Bünzwangen, Sulpach und Roßwälden (am 05.12.2024 ab 18 Uhr in der Turnhalle in Roßwälden) wurden angekündigt. Der am Folgetag erschienene Artikel in der NWZ Göppingen fasst die Veranstaltung nochmals treffend zusammen.

Hohe Beteiligung bei der Sammlung von Bild- & Videodaten

Bereits jetzt haben sich viele Bürger:innen aus Roßwälden an der Sammlung von Bild- & Videodaten rund um das Hochwasser im Juni 2024 beteiligt. Einsendung erreichten uns aus unterschiedlichen Teilen des Ortes, wie auf dem folgenden Bild ersichtlich. Dabei steht jede der roten Markierungen für ein oder mehrere Bild- & Videodaten, die an diesem Ort aufgenommen wurden.

Für einige Bereiche von Roßwälden fehlen aber bisher noch ausreichend Einsendungen, um das Geschehen am Abend vom 02.06.2024 rekonstruieren zu können. Vor allem aus dem nördlichen Teil rund um das Industriegebiet fehlen uns noch Daten. Von dort, aber auch gerne aus weiteren Gebieten und aus anderen Blickwinkeln würde sich BÜKARO über weitere Aufnahmen freuen.

Im Anschluss an die Sammlung des Bild- & Videomaterials werden diese ausgewertet, sowie Fragen und Vorschläge für das weitere Vorgehen zusammengestellt.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Chronologische Informationen zu BÜKARO ergänzt

In den letzten Tagen und Wochen haben uns vermehrt Rückfragen rund um BÜKARO erreicht. Viele Einwohner kannten und kennen BÜKARO nicht und sind dadurch berechtigterweise skeptisch gegenüber der Sammlung von Bild- und Videomaterial zum Hochwasser 2024. Aus diesem Grund haben wir die Webseite erweitert und eine chronologische Historie der bisherigen Arbeiten und Erkenntnisse von BÜKARO und seinen Gründern veröffentlicht. Unter der neuen Rubrik Historie finden sich nun alle bisherigen Informationen, die bereits um die Hochwasser-Ereignisse Anfang Juni erweitert wurden.

Kontaktieren Sie uns gerne jederzeit, sollten noch weitere Fragen offen sein. Wir versuchen diese Informationen zeitnah nachzuliefern.

Sammlung von Bild- und Videomaterial zum Hochwasser 2024 gestartet

Das Hochwasser 2024 hat viele Haushalte in Roßwälden schwer getroffen. Aus diesem Grund hat die BÜKARO die Sammlung von Bild- und Videomaterial gestartet, um zu rekonstruieren, über welche Wege das Hochwasser in und durch den Ort geflossen ist. Ziel ist es herauszufinden, ob die bisher getroffenen Maßnahmen ausreichend waren und welche Verbesserungen für die Zukunft notwendig sind, um vergleichbare Schäden abzuwenden.

Aus diesem Grund bitten wir um die Zusendung von Bild- und Videoaufnahmen vor und während des Hochwassers über dieses Formular. Von Interesse sind dabei alle Bilder und Videos, die im und um den Ort Roßwälden zeigen, woher das Wasser kam, welchen Weg es genommen hat und welchen Zustand z. B. Straßen, Rückhaltebecken, Kanäle usw. hatten. Die Sammlung der Bild- und Videoaufnahmen ist ausschließlich für Roßwälden gedacht. Aufnahmen anderer Teilorte oder der Kernstadt sind durch uns nicht geplant.